Aarau wird «Kulturhauptstadt Schweiz 2030»
Aarau, die Aargauer Kantonshauptstadt, hat sich nach einem mehrmonatigen Bewerbungsverfahren gegen die Konkurrenz aus Bellinzona, Lugano (mit Locarno und Mendrisio) sowie Thun durchgesetzt.
Der Entscheid der Jury wurde heute von Daniel Rossellat, dem Präsidenten des Vereins Kulturhauptstadt Schweiz in Bern bekanntgegeben. Die zehnköpfige Jury* des Vereins KHS entschied anfangs Juni aufgrund von sechs unterschiedlich gewichteten Kriterien: Zielsetzung, kulturelles Angebot, kulturelle Teilhabe, Management, Finanzen, Erfahrungen mit Grossanlässen. Vor der Bekanntgabe bedankte sich Daniel Rossellat bei allen Bewerberstädten, ihren Behörden und den Leiter:innen der Kulturabteilungen: «Leider kann nur eine Stadt gewinnen und doch gehen in gewisser Weise alle Städte als Siegerinnen aus dem Wettbewerb hervor. Bereits die Bewerbung hat in allen vier Städten sehr viel bewegt und insbesondere die kulturelle Teilhabe gefördert.»
Aarau geht als Siegerin aus dem Rennen
Laut der Jury hat die Aargauer Bewerbung durch ein attraktives und ausbaufähiges Kulturprogramm überzeugt, das vom Leitmotiv «Aarau verbindet: Menschen. Räume. Zeit.» getragen wird. Das Motto unterstreicht, dass Aarau gewillt ist, neue Verbindungen zwischen der Bevölkerung, den Kulturschaffenden und -institutionen zu schaffen, aber ebenso die Beziehungen zwischen Aarau und den verschiedenen Regionen des Landes zu stärken. Die Jury würdigte das grosse Potenzial der Aarauer Kandidatur, ihre kulturelle Attraktivität weiter zu steigern und das Image der Stadt nachhaltig zu verändern. Der Titel «Kulturhauptstadt Schweiz» ist eine Einladung, Aarau mit neuen Augen zu sehen, denn die Stadt an der Aare ist weit mehr als ein Durchgangsort: «Aarau ist gewissermassen ein Rohdiamant, der zu einem geschliffenen Diamanten und über die Grenzen der Stadt und des Kantons hinaus strahlen wird», betonte der Präsident des Vereins KHS in seiner Ansprache. Überzeugt hat die Jury auch die starke Einbindung von Kulturschaffenden, Vereinen und der Bevölkerung in den Bewerbungsprozess. Einen weiteren Vorteil für die Stadt an der Aare sieht sie darin, dass deren zentrale Lage ideale Voraussetzungen bietet, um ein breites Publikum aus der ganzen Schweiz anzuziehen. Aarau, von März bis September 1798 während der Helvetischen Republik während kurzer Zeit die allererste Hauptstadt der Schweiz, wird diese Ehre 2030 in gewisser Weise ein zweites Mal zuteil.
Italienische Schweiz im Jahr 2033
Die beiden Bewerbungen aus der italienischen Schweiz überzeugten die Jury ebenfalls: «Das kulturelle Potential im Süden der Schweiz ist enorm und muss unbedingt genutzt werden», so der KHS-Präsident. Aus diesem Grund wird der Vorstand des Vereins KHS dem italienischen Landesteil für die Durchführung der Kulturhauptstadt Schweiz für 2033 Priorität einräumen. Falls eine oder mehrere Städte aus der italienischen Schweiz bis Ende 2027 Interesse bekunden, wird die Ausgabe 2033 der «Kulturhauptstadt Schweiz» in diesem Landesteil stattfinden.
La Chaux-de-Fonds macht 2027 den Auftakt
Aarau folgt 2030 auf La Chaux-de-Fonds, das 2027 den Reigen der Schweizer Kulturhauptstädte eröffnen wird. Die auf 1000 Meter im Neuenburger Jura gelegene Stadt gilt als Pilotprojekt und arbeitet seit drei Jahren an einem attraktiven Programm, das die Uhrenmetropole in der gesamten Schweiz bekannter machen wird. La Chaux-de-Fonds kann dabei auf renommierte Kulturinstitutionen wie dem Théâtre Populaire Romand, der ausserordentlichen Musikhalle, dem Kunstmuseum, zahlreichen Art Nouveau-Gebäuden und dem Renommée als Heimatstadt von Le Corbusier aufbauen. Mittelpunkt des KHS-Jahres 2027 wird der ehemalige Schlachthof sein: hier werden im Jahreszeit- und Monatsrhythmus Programmschwerpunkte gesetzt, die aus der Bevölkerung kommen. Einzelheiten zum Programm gibt es auf der Webseite lcdf27.ch.
Kultur bewegt: von der Idee zur Realität
Das Projekt «Kulturhauptstadt Schweiz» wurde von ehemaligen Mitarbeiter:innen der letzten Landesausstellung, der Expo.02, unter der Federführung von Daniel Rossellat, dem Gründer des Paléo-Festivals und Stadtpräsidenten von Nyon, mit Blick auf Beispiele europäischer und nationaler Kulturhauptstädte in Italien, Frankreich und Grossbritannien aufgegleist und für die Schweiz weiterentwickelt. Das Projekt KHS will der Kultur eine zusätzliche Plattform bieten, soll zur Vernetzung der Kulturschaffenden in der Schweiz, zur städtebaulichen Entwicklung, zur Integration aller Bevölkerungsschichten, zur Förderung des Tourismus und der Kohärenz in den beteiligten Städten und im ganzen Land beitragen. Der Austausch zwischen der Bevölkerung, den Kulturschaffenden sowie Besucher:innen aus der ganzen Schweiz ist dabei ein zentrales Element.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
Verein KHS
Myriam Neuhaus, Geschäftsführerin Verein KHS +41 79 230 40 37
Tony Burgener, Vizepräsident Verein KHS +41 79 253 48 43
Daniel Rossellat, Präsident Verein KHS +41 79 200 52 01
Mail: media(at)capitaleculturelle.ch
Aarau
Suzanne Marclay-Merz, Vize-Stadtpräsidentin und Stadträtin für Kultur und Sport Stadt Aarau +41 76 377 30 05 suzanne.marclay(at)aarau.ch
Bildmaterial für Medienschaffende
Unter diesem Link stellen wir Ihnen Bildmaterial des Anlasses zur Verfügung: Kulturhauptstadt 2030 . Die Angaben bezüglich der Verwendung und der Kennzeichnung sind unter diesem Link ebenfalls angegeben.
*Die Jury KHS
Daniel Rossellat, Gründer des Paléo Festivals und Stadtpräsident von Nyon, Präsident der Jury, Anne Bisang, Direktorin TPR - Théâtre populaire romand, Jacques Cordonier, Berater, ehemaliger Chef der Dienststelle für Kultur des Kanton Wallis, Cathy Flaviano, Leiterin Play Suisse SRG SSR, Daniel Hassenstein, Mitglied des Vereins CCS | KHS, Vize-Direktor Paléo Festivals, Daniel Hitzig, Produzent und Berater, Vincent Kucholl, Schauspieler, Künstler, Comedian, Autor Editions LEP, Marta Kwiatkowski, Leiterin Gesellschaftsengagement, Die Mobiliar, Diana Segantini, Segantini Unlimited, freischaffende Kulturmanagerin, Carine Zuber, Mitglied des Vereins CCS | KHS, Freischaffende Projektberaterin..
> Medienmitteilung des Vereins Kulturhauptstadt Schweiz (PDF)